Italien, Land der Gegensätze
Italien ist ein Land der Gegensätze. Es gibt die katholische Kirche, aber es gibt auch die Mafia. Unter allen Ländern Europas ist und war Italien immer ausgesprochen pro europäisch, aber äußerst zögerlich, wenn es darum geht bzw. ging, die EU-Normen umzusetzen. In Italien werden modernste Technologien entwickelt, aber das Wasserleitungssystem ist total antiquiert. Enormer Reichtum und extreme Armut finden sich in Italien Tür an Tür.
Ein amerikanischer Botschafter hat dies einmal am Ende seiner Dienstzeit in Rom treffend formuliert : „ Italien ist ein sehr armes Land, in dem sehr viele sehr reiche Leute leben. „ Diese Meinung wird von den Statistiken immer wieder bestätigt. Im Jahre 1992 veröffentlichte die Europäische Union einen Bericht, wonach die Lombardei zu den wohlhabendsten Regionen in der EU zählt. Die Italiener halten sich jedoch gerne an dem Gedanken fest, dass sie arm dran sind und alle Nordeuropäer wesentlich besser dastehen, als sie selbst, und dass es jenen anscheinend besser gelingt, ihren Reichtum zu verbergen.
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lunedì 4 aprile 2011
Die Politiker in Italien
Die Politiker in Italien
Italienische Politiker verhalten sich weitgehend ebenso wie ihre Vorgänger in der großen historischen Vergangenheit des Landes. Ständige Machtkämpfe, institutionalisierte Korruption und Klientelwirtschaft, diese Plagen des untergehenden Römischen Reiches sind auch heute noch in Italien gang und gäbe.
Italien scheint ein Land zu sein, das trotz der verzweifelten Bemühungen seiner Politiker, endlich den Untergang herbeizuführen, dennoch überlebt. Die Italiener lieben das Spiel, das sie Politik nennen. Nichtitaliener haben daran jedoch wenig Freude, da sie nicht verstehen, was der Zweck dieses Spiels ist und welchen Regeln es folgt.
Macht zu erlangen und Schutz zu genießen sind die allerwichtigsten Ziele in diesem Spiel. Ein sizilianisches Sprichwort fasst diese Erkenntnis treffend zusammen : „ Comandare è meglio di fottere ( Regieren ist besser als Koitieren ). Die Lage ist in diesem Hinblick völlig pervers, da in der italienischen Politik kommt es eher darauf an, alle Bemühungen seiner Gegner zunichte zu machen, als sich selbst darum zu bemühen, etwas zustande zu bringen.
Glücklicherweise oder unglücklicherweise kann das italienische Volk ebenso wie der römische Plebs mit Brot und Spielen still und bei Laune gehalten werden. Die Politiker wissen dies sehr wohl und halten sich daran. Es ist, aus dieser Perspektive betrachtet, kein Zufall, dass es in Italien einige der besten Fußballmannschaften der Welt gibt. Fußballspiele, in denen die teuersten Fußballer der Welt mitspielen, haben die alten Gladiatorenkämpfe abgelöst. Statt ins Kolosseum strömt man nun ins Stadion. Die Italiener finden hieran nichts Erstaunliches und glauben, dass es im Rest der Welt ebenso zugeht. Diese Weisheit gewinnen sie aus dem alten Sprichwort : Tutto il mondo è paese ( Die ganze Welt ist ein Dorf ).
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Italienische Politiker verhalten sich weitgehend ebenso wie ihre Vorgänger in der großen historischen Vergangenheit des Landes. Ständige Machtkämpfe, institutionalisierte Korruption und Klientelwirtschaft, diese Plagen des untergehenden Römischen Reiches sind auch heute noch in Italien gang und gäbe.
Italien scheint ein Land zu sein, das trotz der verzweifelten Bemühungen seiner Politiker, endlich den Untergang herbeizuführen, dennoch überlebt. Die Italiener lieben das Spiel, das sie Politik nennen. Nichtitaliener haben daran jedoch wenig Freude, da sie nicht verstehen, was der Zweck dieses Spiels ist und welchen Regeln es folgt.
Macht zu erlangen und Schutz zu genießen sind die allerwichtigsten Ziele in diesem Spiel. Ein sizilianisches Sprichwort fasst diese Erkenntnis treffend zusammen : „ Comandare è meglio di fottere ( Regieren ist besser als Koitieren ). Die Lage ist in diesem Hinblick völlig pervers, da in der italienischen Politik kommt es eher darauf an, alle Bemühungen seiner Gegner zunichte zu machen, als sich selbst darum zu bemühen, etwas zustande zu bringen.
Glücklicherweise oder unglücklicherweise kann das italienische Volk ebenso wie der römische Plebs mit Brot und Spielen still und bei Laune gehalten werden. Die Politiker wissen dies sehr wohl und halten sich daran. Es ist, aus dieser Perspektive betrachtet, kein Zufall, dass es in Italien einige der besten Fußballmannschaften der Welt gibt. Fußballspiele, in denen die teuersten Fußballer der Welt mitspielen, haben die alten Gladiatorenkämpfe abgelöst. Statt ins Kolosseum strömt man nun ins Stadion. Die Italiener finden hieran nichts Erstaunliches und glauben, dass es im Rest der Welt ebenso zugeht. Diese Weisheit gewinnen sie aus dem alten Sprichwort : Tutto il mondo è paese ( Die ganze Welt ist ein Dorf ).
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Die programmatischen Bezeichnungen der politischen Parteien in Italien
Links oder rechts
Die programmatischen Bezeichnungen der politischen Parteien in Italien sind immer schon sehr verwirrend gewesen. Die Liberalen waren bisher niemals richtig liberal, die Sozialisten nicht besonders sozialistisch, die Kommunisten waren sicherlich keine Kommunisten im wahrsten Sinne des Wortes, und die Christdemokraten haben sich weder sonderlich christlich noch sehr demokratisch erwiesen.
Insbesondere solche Italiener, die sich der Linken zugehörig fühlen, machen sich ständig Gedanken darüber, was man als „rechts“ und was man als „links“ einzuordnen hat. Es wird darüber debattiert, ob Karaoke rechtslastig ist oder ob die Beschäftigung einer Haushaltshilfe als links zu bezeichnen ist. Diese Krampfhafte Zuordnungssucht lässt aber Schritt für Schritt nach, wenn ihre Verfechter erkennen, dass die meisten Erscheinungen des täglichen Lebens keiner politischen Richtung eindeutig zugeordnet werden können und diese Zuordnung wenig Sinn macht.
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Die programmatischen Bezeichnungen der politischen Parteien in Italien sind immer schon sehr verwirrend gewesen. Die Liberalen waren bisher niemals richtig liberal, die Sozialisten nicht besonders sozialistisch, die Kommunisten waren sicherlich keine Kommunisten im wahrsten Sinne des Wortes, und die Christdemokraten haben sich weder sonderlich christlich noch sehr demokratisch erwiesen.
Insbesondere solche Italiener, die sich der Linken zugehörig fühlen, machen sich ständig Gedanken darüber, was man als „rechts“ und was man als „links“ einzuordnen hat. Es wird darüber debattiert, ob Karaoke rechtslastig ist oder ob die Beschäftigung einer Haushaltshilfe als links zu bezeichnen ist. Diese Krampfhafte Zuordnungssucht lässt aber Schritt für Schritt nach, wenn ihre Verfechter erkennen, dass die meisten Erscheinungen des täglichen Lebens keiner politischen Richtung eindeutig zugeordnet werden können und diese Zuordnung wenig Sinn macht.
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Gedanken zum Roman von Valeria Parrella, Ma quale amore
Gedanken zum Roman von Valeria Parrella, Ma quale amore
Von Ute Hirschegger
Wie lange dauer es und wieviele Menschen und Orte sind notwendig, um sich zu „entlieben“?
Fast ausschließliche Konzentration auf die Arbeit, eine Forschungsreise als Ablenkung und eine fortwährende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit wählt die italienische Autorin Valeria Parrella in ihrem neuesten Roman Ma quale amore (aber welche Liebe) als Gegenmittel einer kranken Seele.
Auch ihre Ich-Erzählerin ist Schriftstellerin und bittet ihren Verleger, sie ein Buch über Buenos Aires, Stadt der Leidenschaft und Geburtsstadt des Literaturmeisters J.L. Borges schreiben zu lassen. Sie unternimmt diese Reise allerdings nicht allein, sondern mit ihrem geliebten, aber bereits verlorenen Michele, dessen Zuneigung sie nur noch erahnen, aber schon lange nicht mehr erleben kann.
Michele ist ein phantasievoller Lebenskünstler, der sich selbst als Magier beschreibt und nichts so sehr liebt, wie seine Freiheit und seine Reisen und der der Ich-Erzählerin bis ans Romanende seine Liebe beteuert, allerdings mit den Begleitworten: Ich liebe dich, möchte aber nicht mit dir zusammen sein.“ In Buenos Aires verbringt das Nicht-mehr Liebespaar Momente zwischen Glück und Streit, die Parrella mit vielen Erinnerungen, ironischen Betrachtungen und unerfüllten Sehnsüchten der Ich-Erzählerin ausschmückt. Nach ihrer Rückkehr nach Neapel beendet sie ihr Buch und erhält ein SMS von Michele mit der Botschaft:“Ich übernehme die volle Verantwortung dafür, dass unsere Liebe hiermit beendet ist.“ Während eines Interviews über ihr neues Werk lernt die Erzählerin einen Journalisten kennen, dem sie ihr Buch zusammen mit ihrem Autogramm und ihrer Telefonnummer überlässt. Das Stadium des „Ent-liebens“ geht somit in das des „Ver-liebens“ über.
Parrella bietet dem Leser keine Antworten, aber einige Denkanstöße und eine gewisse ironische Melancholie, wie man sie bereits aus ihren früheren Werken kennt, durchzieht auch dieses Buch.
Valeria Parrella, Ma quale amore, Rizzoli Editore
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Von Ute Hirschegger
Wie lange dauer es und wieviele Menschen und Orte sind notwendig, um sich zu „entlieben“?
Fast ausschließliche Konzentration auf die Arbeit, eine Forschungsreise als Ablenkung und eine fortwährende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit wählt die italienische Autorin Valeria Parrella in ihrem neuesten Roman Ma quale amore (aber welche Liebe) als Gegenmittel einer kranken Seele.
Auch ihre Ich-Erzählerin ist Schriftstellerin und bittet ihren Verleger, sie ein Buch über Buenos Aires, Stadt der Leidenschaft und Geburtsstadt des Literaturmeisters J.L. Borges schreiben zu lassen. Sie unternimmt diese Reise allerdings nicht allein, sondern mit ihrem geliebten, aber bereits verlorenen Michele, dessen Zuneigung sie nur noch erahnen, aber schon lange nicht mehr erleben kann.
Michele ist ein phantasievoller Lebenskünstler, der sich selbst als Magier beschreibt und nichts so sehr liebt, wie seine Freiheit und seine Reisen und der der Ich-Erzählerin bis ans Romanende seine Liebe beteuert, allerdings mit den Begleitworten: Ich liebe dich, möchte aber nicht mit dir zusammen sein.“ In Buenos Aires verbringt das Nicht-mehr Liebespaar Momente zwischen Glück und Streit, die Parrella mit vielen Erinnerungen, ironischen Betrachtungen und unerfüllten Sehnsüchten der Ich-Erzählerin ausschmückt. Nach ihrer Rückkehr nach Neapel beendet sie ihr Buch und erhält ein SMS von Michele mit der Botschaft:“Ich übernehme die volle Verantwortung dafür, dass unsere Liebe hiermit beendet ist.“ Während eines Interviews über ihr neues Werk lernt die Erzählerin einen Journalisten kennen, dem sie ihr Buch zusammen mit ihrem Autogramm und ihrer Telefonnummer überlässt. Das Stadium des „Ent-liebens“ geht somit in das des „Ver-liebens“ über.
Parrella bietet dem Leser keine Antworten, aber einige Denkanstöße und eine gewisse ironische Melancholie, wie man sie bereits aus ihren früheren Werken kennt, durchzieht auch dieses Buch.
Valeria Parrella, Ma quale amore, Rizzoli Editore
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domenica 3 aprile 2011
Die Beziehung der Italiener zu ihrer Regierung
Die Beziehung der Italiener zu ihrer Regierung
Staat und Regierung : wie die Italiener sie wahrnehmen.
Aufgrund der Tatsache, dass Italien für viele Jahrhunderte fremdbeherrscht war, haben Italiener heutzutage noch eine eigenwillige Vorstellung von einer Regierung. Die Regierung wird auf gar keinen Fall als wohlgesonnenes Organ der Staatsordnung betrachtet, das dem Wohl der Bürger und der Wahrnehmung der italienischen Interessen im In- und Ausland dient. Die Regierung wird hingegen als Fremdkörper verstanden, eine feindsinnige Organisation, zu der niemand eine innere Beziehung hat. Ein Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln scheint kaum zu denken. Die Regierung hat ausschließlich Steuereinnahmen im Sinn, und dieses Geld verschwindet in den Taschen derjenigen, die gerade an den Hebeln der Macht sitzen. Einen Vorteil allerdings hat die Regierung für die Italiener : Sie kann bequem für alle Probleme des Landes zum Sündenbock gemacht werden.
In einer älteren Karikatur wird das Verhältnis der Italiener zu ihrer Regierung recht gut auf den Punkt gebracht : Ein Mann steht an der Türschwelle seines Hauses und schaut in den starken Regen hinaus. Die Bildunterschrift lautet : „ Es regnet. Die Regierung ist wirklich eine Bande von Gaunern. „
Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass sich in Italien seit dem Zweiten Weltkrieg unzählige verschiedene Regierungen miteinander abwechselten, aber bis 1994 wurde die politische Landschaft Italiens weitgehend von einer einzigen Partei bestimmt, den Christdemokraten, die sich durch Koalitionen mit verschiedenen anderen Parteien immer an der Macht halten konnten. Cambio di governo erhielt dadurch eher die Bedeutung eines Bäumchen-wechsle-dich-Spiels im Kabinett, als dessen, was im eigentlichen Wortsinn mit „ Regierungswechsel „ gemeint ist. Da auf diese Weise immer klar war, wer eine Wahl gewinnen wird, gewöhnte sich die Überzahl der Italiener daran, immer auf der Seite des Gewinners zu stehen. Die gegenwärtige politische Unsicherheit beruht zum Grossteil darauf, dass das Volk nicht mehr abschätzen kann, welche Partei den Sieg bei einer Wahl davontragen könnte.
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Staat und Regierung : wie die Italiener sie wahrnehmen.
Aufgrund der Tatsache, dass Italien für viele Jahrhunderte fremdbeherrscht war, haben Italiener heutzutage noch eine eigenwillige Vorstellung von einer Regierung. Die Regierung wird auf gar keinen Fall als wohlgesonnenes Organ der Staatsordnung betrachtet, das dem Wohl der Bürger und der Wahrnehmung der italienischen Interessen im In- und Ausland dient. Die Regierung wird hingegen als Fremdkörper verstanden, eine feindsinnige Organisation, zu der niemand eine innere Beziehung hat. Ein Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln scheint kaum zu denken. Die Regierung hat ausschließlich Steuereinnahmen im Sinn, und dieses Geld verschwindet in den Taschen derjenigen, die gerade an den Hebeln der Macht sitzen. Einen Vorteil allerdings hat die Regierung für die Italiener : Sie kann bequem für alle Probleme des Landes zum Sündenbock gemacht werden.
In einer älteren Karikatur wird das Verhältnis der Italiener zu ihrer Regierung recht gut auf den Punkt gebracht : Ein Mann steht an der Türschwelle seines Hauses und schaut in den starken Regen hinaus. Die Bildunterschrift lautet : „ Es regnet. Die Regierung ist wirklich eine Bande von Gaunern. „
Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass sich in Italien seit dem Zweiten Weltkrieg unzählige verschiedene Regierungen miteinander abwechselten, aber bis 1994 wurde die politische Landschaft Italiens weitgehend von einer einzigen Partei bestimmt, den Christdemokraten, die sich durch Koalitionen mit verschiedenen anderen Parteien immer an der Macht halten konnten. Cambio di governo erhielt dadurch eher die Bedeutung eines Bäumchen-wechsle-dich-Spiels im Kabinett, als dessen, was im eigentlichen Wortsinn mit „ Regierungswechsel „ gemeint ist. Da auf diese Weise immer klar war, wer eine Wahl gewinnen wird, gewöhnte sich die Überzahl der Italiener daran, immer auf der Seite des Gewinners zu stehen. Die gegenwärtige politische Unsicherheit beruht zum Grossteil darauf, dass das Volk nicht mehr abschätzen kann, welche Partei den Sieg bei einer Wahl davontragen könnte.
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Italien in Sachen “oeffentliche Verkehrsmittel” und “Dialekte”
Die öffentlichen Verkehrsmittel
Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Italien im allgemeinen schnell und zuverlässig, wenn man betrachtet, welch schwierige Strecken immer wieder bewältigt werden müssen und wie sehr der Verkehr in den Großstädten zugenommen hat. Das italienische Strassen- und Eisenbahnnetz legt von den überragenden Fähigkeiten der italienischen Ingenieure Zeugnis ab. Um ein Beispiel dafür zu nennen, nehmen wir kurz die Autobahn A1 in der Strecke Florenz – Bologna.
Die Züge halten die Fahrpläne meist ein, obwohl Italien nicht von einer autoritären Regierung geleitet wird. Einer von Mussolinis Erfolgen, wohl der einzige, der allgemeine Anerkennung fand, war zweifellos die Verbesserung auf dem Gebiet der öffentlichen Verkehrsmittel. Neuesten Untersuchungen zufolge waren die Züge vor, während und nach seiner Herrschaft gleichermaßen zuverlässig und pünktlich.
Dialekte
Wenn Italiener ihre Heimatdörfer besuchen, verfallen sie automatisch wieder in ihren heimischen Dialekt bzw. in ihre wahre Muttersprache. Diese Heimatsprache ist für gli altri aus anderen Regionen meist unverständlich. Das Europäische Parlament veröffentlichte im Jahre 1992 eine Untersuchung, wonach von allen achtundzwanzig Sprachminoritäten, die in der Europaeischen Union existieren, allein dreizehn in Italien zu finden sind. Es gibt französichsprachige Italiener im Aosta-Tal, deutschsprachige in Südtirol, slowenisch oder serbokroatisch sprechende in der Gegend um Triest, albanisch und griechisch sprechende in Apulien, während in Sardinien katalanisch sprechende Italiener leben.
In den meisten Gegenden hat sich ein typischer Dialekt entwickelt, der sich in Hinsicht auf die Vokabel und die Grammatik sehr vom Italienischen unterscheidet. Sechzig Prozent der Italiener sprechen einen Dialekt und vierzehn Prozent keine andere Sprache als ihren Dialekt. Ein Mann aus Kalabrien, der schon seit dreißig Jahren in der Lombardei lebt, wird jeden Morgen von seinem einheimischen Nachbarn auf dem Weg zur Arbeit begrüßt. Der Kalabrier spricht Italienisch, was der Nachbar aus der Lombardei zwar versteht, selbst aber nicht spricht. Da der Kalabrier aber niemals das Lombardische erlernt hat, wird ihre Unterhaltung sich weiterhin auf den Austausch der Grußworte beschränken.
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Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in Italien im allgemeinen schnell und zuverlässig, wenn man betrachtet, welch schwierige Strecken immer wieder bewältigt werden müssen und wie sehr der Verkehr in den Großstädten zugenommen hat. Das italienische Strassen- und Eisenbahnnetz legt von den überragenden Fähigkeiten der italienischen Ingenieure Zeugnis ab. Um ein Beispiel dafür zu nennen, nehmen wir kurz die Autobahn A1 in der Strecke Florenz – Bologna.
Die Züge halten die Fahrpläne meist ein, obwohl Italien nicht von einer autoritären Regierung geleitet wird. Einer von Mussolinis Erfolgen, wohl der einzige, der allgemeine Anerkennung fand, war zweifellos die Verbesserung auf dem Gebiet der öffentlichen Verkehrsmittel. Neuesten Untersuchungen zufolge waren die Züge vor, während und nach seiner Herrschaft gleichermaßen zuverlässig und pünktlich.
Dialekte
Wenn Italiener ihre Heimatdörfer besuchen, verfallen sie automatisch wieder in ihren heimischen Dialekt bzw. in ihre wahre Muttersprache. Diese Heimatsprache ist für gli altri aus anderen Regionen meist unverständlich. Das Europäische Parlament veröffentlichte im Jahre 1992 eine Untersuchung, wonach von allen achtundzwanzig Sprachminoritäten, die in der Europaeischen Union existieren, allein dreizehn in Italien zu finden sind. Es gibt französichsprachige Italiener im Aosta-Tal, deutschsprachige in Südtirol, slowenisch oder serbokroatisch sprechende in der Gegend um Triest, albanisch und griechisch sprechende in Apulien, während in Sardinien katalanisch sprechende Italiener leben.
In den meisten Gegenden hat sich ein typischer Dialekt entwickelt, der sich in Hinsicht auf die Vokabel und die Grammatik sehr vom Italienischen unterscheidet. Sechzig Prozent der Italiener sprechen einen Dialekt und vierzehn Prozent keine andere Sprache als ihren Dialekt. Ein Mann aus Kalabrien, der schon seit dreißig Jahren in der Lombardei lebt, wird jeden Morgen von seinem einheimischen Nachbarn auf dem Weg zur Arbeit begrüßt. Der Kalabrier spricht Italienisch, was der Nachbar aus der Lombardei zwar versteht, selbst aber nicht spricht. Da der Kalabrier aber niemals das Lombardische erlernt hat, wird ihre Unterhaltung sich weiterhin auf den Austausch der Grußworte beschränken.
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Privilegien und katholische Kirche in Italien
Privilegien
Mehr Italiener als man normalerweise glaubt, genießen besondere privilegi, gehören besonders privilegierten Bevölkerungsgruppen an oder leben in privilegierten Regionen, wo nur ein reduzierter Steuersatz gilt oder gar keine Steuern erhoben werden. Halbautonome Regionen wie etwa das Aosta-Tal verbleiben gerne bei Italien, da vom Staat umfangreiche Fördergelder gezahlt werden. Für einen Liter Benzin bezahlt man dort nur ein Viertel des sonst in Italien üblichen Preises.
Italienische Parlamentsmitglieder und die Mitglieder des Europäischen Parlaments gehören zu den höchst bezahlten Abgeordneten in Europa und genießen auf Schritt und Tritt eine bevorzugte Behandlung. Privilegien können alle sonstigen subalternen Machtinhaber und Amtsträger in Anspruch nehmen, vom Stadtrat bis zum örtlichen Polizeichef. Le autorità (die Honoratioren eines Städtchens) können sich da sicher sein, für alle wichtigen Veranstaltungen – vom Fußballspiel bis zum Konzert – eine ausreichende Anzahl guter Plätze reserviert zu kriegen.
Die katholische Kirche
Die Italiener wiegen sich selbst immer gerne in dem Glauben, dass Italien ein streng katholisches Land ist, auch wenn sie sich gegenüber den Dienern Gottes wenig ehrerbietig verhalten und den Dekreten des Papstes gar keine Bedeutung zumessen, wie etwa dem Verbot der Geburtenkontrolle. Trotz der päpstlichen Politik gibt es in Italien die niedrigste Geburtenrate in ganz Europa. Ein Ehepaar bringt im Durchschnitt 1,3 Kinder zur Welt.
Man schätzt jedenfalls eine Religion zum Ansehen und Anfassen. Bilder der Madonna, von il Papa (dem Papst), den jeweiligen Ortheiligen und der großen Fußballer werden überall hingeklebt, in der Öffentlichkeit, zu Hause oder sogar an den Heimcomputer.
Der Papst ist Italiens einziges gekröntes Staatsoberhaupt. Aus diesem Grund werden seine Visitationen in italienischen Städten mit einem wesentlich größeren Interesse und mehr Begeisterung verfolgt, als wenn der Staatspräsident oder der Ministerpräsident denselben Ort besucht. Er ist der einzige führende Politiker in Italien, der es schafft, mit seinen Anhängern ganze Stadien zu füllen, und wegen dem sich die Behörden Mühe geben, einen guten Eindruck zu erwecken. Noch am Morgen vor dem besuch des Papstes werden die Wände der Stadien weiß übertüncht, um zu vermeiden, dass die angebrachten Graffiti die erhabenen Augen nicht beleidigen.
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Mehr Italiener als man normalerweise glaubt, genießen besondere privilegi, gehören besonders privilegierten Bevölkerungsgruppen an oder leben in privilegierten Regionen, wo nur ein reduzierter Steuersatz gilt oder gar keine Steuern erhoben werden. Halbautonome Regionen wie etwa das Aosta-Tal verbleiben gerne bei Italien, da vom Staat umfangreiche Fördergelder gezahlt werden. Für einen Liter Benzin bezahlt man dort nur ein Viertel des sonst in Italien üblichen Preises.
Italienische Parlamentsmitglieder und die Mitglieder des Europäischen Parlaments gehören zu den höchst bezahlten Abgeordneten in Europa und genießen auf Schritt und Tritt eine bevorzugte Behandlung. Privilegien können alle sonstigen subalternen Machtinhaber und Amtsträger in Anspruch nehmen, vom Stadtrat bis zum örtlichen Polizeichef. Le autorità (die Honoratioren eines Städtchens) können sich da sicher sein, für alle wichtigen Veranstaltungen – vom Fußballspiel bis zum Konzert – eine ausreichende Anzahl guter Plätze reserviert zu kriegen.
Die katholische Kirche
Die Italiener wiegen sich selbst immer gerne in dem Glauben, dass Italien ein streng katholisches Land ist, auch wenn sie sich gegenüber den Dienern Gottes wenig ehrerbietig verhalten und den Dekreten des Papstes gar keine Bedeutung zumessen, wie etwa dem Verbot der Geburtenkontrolle. Trotz der päpstlichen Politik gibt es in Italien die niedrigste Geburtenrate in ganz Europa. Ein Ehepaar bringt im Durchschnitt 1,3 Kinder zur Welt.
Man schätzt jedenfalls eine Religion zum Ansehen und Anfassen. Bilder der Madonna, von il Papa (dem Papst), den jeweiligen Ortheiligen und der großen Fußballer werden überall hingeklebt, in der Öffentlichkeit, zu Hause oder sogar an den Heimcomputer.
Der Papst ist Italiens einziges gekröntes Staatsoberhaupt. Aus diesem Grund werden seine Visitationen in italienischen Städten mit einem wesentlich größeren Interesse und mehr Begeisterung verfolgt, als wenn der Staatspräsident oder der Ministerpräsident denselben Ort besucht. Er ist der einzige führende Politiker in Italien, der es schafft, mit seinen Anhängern ganze Stadien zu füllen, und wegen dem sich die Behörden Mühe geben, einen guten Eindruck zu erwecken. Noch am Morgen vor dem besuch des Papstes werden die Wände der Stadien weiß übertüncht, um zu vermeiden, dass die angebrachten Graffiti die erhabenen Augen nicht beleidigen.
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